Bei Thermoetiketten mit 100 × 150 mm entscheidet nicht nur die Größe über die Kompatibilität. Eine Rolle kann die richtigen Etikettenmaße haben und trotzdem wegen ihres Kerns, Außendurchmessers oder Mediensystems nicht zu deinem Drucker passen.

Am zuverlässigsten kaufst du anhand des genauen Druckermodells und der Medienanforderungen im Handbuch. Der Zusatz „für Versandetiketten“ ist zu allgemein. Dieser Ratgeber hilft dir, die Angebote zu vergleichen; er enthält keine eigenen Klebe- oder Drucktests.

100 × 150, 102 × 152 und A6 unterscheiden

FormatMaßeUnterschied zu 100 × 150 mm
100 × 150 mm10 × 15 cmAusgangsformat
102 × 152 mm10,2 × 15,2 cmJeweils 2 mm mehr
A6105 × 148 mm5 mm breiter, 2 mm kürzer
4 × 6 Zoll, rechnerisch101,6 × 152,4 mmZollangabe nicht mit 100 × 150 mm gleichsetzen

Die Zollumrechnung verwendet 25,4 mm pro Zoll. Welche dieser Formate dein Drucker tatsächlich verarbeitet, ergibt sich aus seiner Medienfreigabe. Auch die bedruckbare Fläche kann kleiner sein als das Etikett selbst.

Formatvergleich von 100 mal 150 Millimetern, 102 mal 152 Millimetern und A6 mit 105 mal 148 Millimetern.

Die Maße stehen zusätzlich in der Tabelle. Größenunterschiede sind zur Erklärung dargestellt.

Gerade bei Versandlabels sagt die Größe des eingelegten Etiketts noch nichts über die PDF-Seite aus. Der Ratgeber zum DHL-Etikettenformat zeigt, welche Kontrollen vor dem Druck auf 10 × 15 cm nötig sind.

Thermodirekt oder Thermotransfer?

Beim Thermodirektdruck entsteht das Druckbild durch Wärme auf geeignetem Material; ein Farbband ist nicht nötig. Thermotransferdruck arbeitet mit einem Farbband. Avery Zweckform führt beide Etikettenarten und empfiehlt, Material, Kernaufnahme, Medienbreite und maximalen Rollenaußendurchmesser mit dem Druckerhandbuch abzugleichen. Quelle: Avery Zweckform – Druckverfahren und Kompatibilität

Steht in deinem Druckerhandbuch „Thermodirekt“, kaufe nicht allein aufgrund identischer Maße eine Thermotransferrolle. Lies die Materialbeschreibung bis zum Druckverfahren. Prüfe zusätzlich, ob dein Gerät bestimmte Etiketten oder Halterungen voraussetzt.

Rolle oder Leporello: Was passt auf deinen Packplatz?

Bei Rollen brauchst du eine passende Aufnahme und ausreichend Platz für den vollen Rollendurchmesser. Leporello liegt als gefalteter Stapel bereit und benötigt einen Drucker mit geeignetem externem Einzug. Prüfe diesen Punkt ausdrücklich im Handbuch; eine Öffnung am Gehäuse ist noch keine bestätigte Medienfreigabe.

EinkaufskriteriumBei einer RolleBei einem gefalteten Stapel
Mechanische PassformKern und voller AußendurchmesserFreigegebener Einzug und Medienbreite
PlatzbedarfIm Drucker oder auf geeignetem HalterFreier Platz hinter dem Drucker
ZuführungRollenführung ohne VerkantenStapel gerade zum Einzug ausrichten
Erkennung der EtikettenPassende Lücken oder MarkierungenEbenfalls passendes Sensorsystem nötig

Die Tabelle ist eine Prüfliste für deinen Gerätekauf, keine universelle Kompatibilitätszusage. Für ein geschlossenes System kann eine freigegebene Originalrolle die Auswahl vorgeben, unabhängig davon, welches Format ein anderer Shop günstiger anbietet.

Warum „passt für Brother und DYMO“ zu ungenau ist

Brother nennt für den QL-1100c DK-Einzel- und Endlosetiketten, darunter DK-11247 mit 103 × 164 mm. Das ist kein 100-×-150-mm-Standardetikett. Quelle: Brother QL-1100c – DE Herstellerstore DYMO schreibt auf seiner deutschen 5XL-Produktseite, dass dieses Modell ausschließlich mit DYMO-Etiketten kompatibel ist. Quelle: DYMO LabelWriter 5XL – DE Hersteller

Ein Angebot sollte deshalb dein vollständiges Modell nennen, nicht nur die Marke. Wenn ein Verkäufer Kompatibilität verspricht, vergleiche trotzdem Format und Medientyp mit der Herstellerdokumentation. Angaben für eine frühere Druckergeneration gelten nicht automatisch für deren Nachfolger.

Vier Prüfungen vor dem Etikettenkauf: Druckverfahren, Breite, Rollenkern und maximaler Rollendurchmesser.

Die mechanischen Maße sind schematisch dargestellt. Verbindlich sind die Anforderungen deines Druckermodells.

Kleber und Oberfläche zusammen prüfen

Notiere, worauf du hauptsächlich etikettierst: glatte neue Kartons, bereits verwendete Kartons oder zugelassene Versandtaschen. Lies die Angaben des Etikettenherstellers zur vorgesehenen Oberfläche und zu Verarbeitungs- und Lagertemperaturen. „Permanent“ allein beantwortet diese Fragen nicht.

Für die erste Bestellung empfehlen wir eine kleine Menge. Drucke ein Muster, kontrolliere die vollständige Ausgabe und klebe es auf dein tatsächlich genutztes Verpackungsmaterial. Prüfe die Ränder nach einiger Zeit erneut. Das ist eine praktische Eingangskontrolle, kein Nachweis für jede Feuchtigkeits- oder Temperaturbelastung während des Transports.

Für länger genutzte Beschriftungen auf Behältern oder Gegenständen lohnt sich eine eigene Materialprüfung. Wasserfeste Etiketten selbst drucken trennt Druckbild, Träger und Klebstoff und erklärt, weshalb Wasserfestigkeit noch keine Spülmaschinenfreigabe ist.

Preis pro 1.000 Etiketten ausrechnen

Vergleiche Gesamtpreise inklusive Lieferung und nur Etiketten, die deine Anforderungen erfüllen. Unser frei gewähltes Beispiel zeigt, weshalb der sichtbare Rollenpreis nicht genügt:

AngebotEtikettenWarenpreis plus VersandPreis je 1.000
Kleine Rolle50012 € + 4 €32 €
Größere Menge2.00036 € + 4 €20 €

Die zweite Bestellung kostet insgesamt 24 Euro mehr. Der niedrigere Stückpreis lohnt sich nur, wenn du die Menge auch brauchst und das Material passt. Rechne bei Endlosrollen außerdem mit deiner tatsächlichen Etikettenlänge und nötigen Schnittabständen; Meter und Stück sind keine direkt vergleichbaren Einheiten.

Deine Einkaufsliste für passende Versandetiketten

Halte Modellname, Druckverfahren, Etikettenmaß, Medienbreite, Kern, maximalen Rollendurchmesser und Erkennungsart zusammen fest. Ergänze die ausgewiesene Stückzahl beziehungsweise Rollenlänge und den gelieferten Gesamtpreis. Bleibt ein entscheidender Kompatibilitätspunkt offen, bestelle keine Großpackung auf Verdacht.

Wenn du den Drucker erst auswählst, starte beim Versandetikettendrucker-Ratgeber. Für eine vollständige Materialplanung gehören auch Versandkarton-Größen und der Verpackungsablauf dazu.